[Rezension] Tim Akers - Das Herz von Veridon

Rückentext:
Mein Name ist Jacob Burn. Ich war an Bord eines Zeppelins, als er vom Himmel fiel. Ich stürzte mit den Flammen hinab und überlebte. Der Himmel mag mich wohl nicht besonders. Aber noch weniger mögen mich die Leute, die mich jagen. Sie sind hinter dem Artefakt her, das mir ein alter Bekannter vor dem Zeppelinabsturz in die Hand gedrückt hat, aber es scheint ziemlich bedeutend zu sein. Schliesslich will man mich dafür töten.
Meine Stadt Veridon ist ein gefährlicher Ort. Aber wenn es sein muss, kann ich noch viel gefährlicher sein...

Meine Meinung:
Dieses Buch war ein reiner Coverkauf. Naja, und ein "Es ist Steampunk!"-Kauf. Da es noch immer eine eher kleine Gattung auf dem deutschsprachigen Literaturmarkt ist, darf man nicht wählerisch sein. "Das Herz von Veridon" ist der Auftakt einer Reihe um die Stadt Veridon und Held Jacob Burn.
 
Dem Buch selber stehe ich zweigeteilt gegenüber. Genauer gesagt, hat mich bisher selten ein Buch so sehr gespalten. Einerseits gefällt mir die Stadt Veridon sehr gut, ich habe mich in ihr verloren und mich treiben lassen. Wie gerne würde ich sie mal mit eigenen Augen sehen! Auch die Ideen, die Akers in seine Geschichte einbindet, sind einzigartig und richtig schön steampunkig. Die Spinnenwesen der Anansi haben mir neben der Stadt am besten gefallen.

Andererseits konnte mich weder Handlung, noch Figuren überzeugen. Währen die schönen Einfälle, die Beschreibungen der Stadt und Wilson, der Anansi, nicht gewesen, hätte ich, wenn nicht abgebrochen, so doch das Buch aussortiert und keinen Gedanken mehr an die Reihe verschwendet.

Akers Sprachstil war mir zu simpel, so glitscht einfach so runter, ohne Spuren zu hinterlassen. Es kam für mich keine Spannung auf und obwohl immer irgendetwas passiert, wie in einem Action-Film, so hatte ich doch selten das Gefühl, dass es mich interessiert, wie es nun weitergeht.

Die Charaktere selbst sind alle ziemlich farblos und gehen in der Masse an Buchfiguren unter. Sie stechen durch nichts hinaus und mir war es auch relativ gleichgültig, was nun mit ihnen geschehen würde. Wenn ich gefragt würde, wie ich Jacob und dessen Freundin Emily beschreiben würde, ich könnte nicht antworten. Weil sie keinen Charakter haben.

Deshalb sitze ich nun hier und überlege, wie es weitergehen soll. Ja, ich möchte nach Veridon zurück. Nein, ich möchte Jacob nicht noch durch ein weiteres Abenteuer folgen müssen. Eine Alternative wäre, die Bücher auf Englisch zu lesen; wir wissen ja alle, dass durch eine schlechte Übersetzung sehr viel verloren gehen kann.

Das Cover zu Band zwei sieht auf jeden Fall sehr spannend auf und würde mich auch grundsätzlich interessieren (Zombies, yeah!). Aber dieses Buch beweist wieder einmal, wie schwer es ist, wirklich gute Steampunk-Bücher auf dem deutschen Markt zu finden.

Irgendwie macht mich das grad ziemlich traurig…

Tim Akers
Das Herz von Veridon
TB, 2012
Bastei Lübbe

978-3-404-20666-7

Originalausgabe: Heart of Veridon

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