[Rezension] Andrej Djakow - Hinter dem Horizont

Rückentext:
In den Tunneln von St. Petersburgs Metro gehen seltsame Dinge vor sich. Menschen verschwinden spurlos, und ganze Stationen werden förmlich ausradiert. Eine Gruppe von Stalkern wird losgeschickt, um die Geschehnisse zu untersuchen, unter ihnen Taran, ein Söldner. Keinem von ihnen ist wohl bei der Mission – doch das, was sie in der Finsternis jenseits der sicheren Stationen auffinden, sprengt alles, was sie über die Metro und ihre Geheimnisse zu wissen glaubten …

Meine Meinung:
"Hinter dem Horizont" ist der dritte Teil von Djakows Trilogie aus dem Metro2033-Universum. Blöderweise ist es mir mal wieder passiert, dass ich den letzten Teil einer Reihe vor den anderen Bänden gelesen habe. Dennoch habe ich eigentlich alles verstanden, nur viele der Hinweise auf frühere Erlebnisse der Figuren kenne ich noch nicht, doch nun freue ich mich umso mehr darauf, diese mit den lieb gewonnen Charakteren noch erleben zu dürfen. 

Während sich in Glukhovskys Moskau erst Artjom an die Oberfläche traut, so wird hier gleich eine ganze Expedition losgeschickt. Wir erleben also mit, was nach dem Krieg an der verseuchten Oberfläche vor sich gegangen ist. Die Gruppe um Taran, Gleb und die anderen erlebt hier ein Roadmovie der ganz besonderen und ganz gefährlichen Art.

Djakow versucht eine Antwort zu finden, was die Strahlung mit unserer Erde macht. Was geschieht mit den Tieren, den Pflanzen? Dabei treffen wir auf Gefahren, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Von Mutanten, seltsamer Watte und natürlich anderen Menschen, die stets die grösste Gefahr, aber eben auch die grösste Hoffnung darstellen.

Die Charaktere, die wir kennenlernen, sind alle sehr unterschiedlich, haben ihre Stärken und Schwächen. Während ihrer Reise machen sie alle eine persönliche Veränderung durch. Die ist eine der Punkte, die mir an Djakows Geschichte so gefallen. Alle müssen sich am Riemen reissen, über ihre Schatten springen und sich verändern, um das Ziel ihrer Expedition zu erreichen. Nur Aurora wirkt dagegen etwas blass und erst am Ende hat sie ein paar grössere Sätze. Ihre Rolle ist mir noch unklar, aber vielleicht ändert sich das mit der Lektüre der anderen zwei Titel?

Wer es auch in Büchern actionreich und cineastisch mag, der wird hier seine Freude haben. Denn die Crew kommt mal zum Durchatmen, hinter jedem Schneehaufen wartet bereits das nächste Abenteuer. Doch wirkt es keinesfalls überlastet, denn genauso stelle ich mir diese Reise auch vor. Aus irgendeinem Grund schickt man ja die Stalker raus, weil es für die meisten gewöhnlichen Menschen zu gefährlich ist.

Mir hat dieses Buch wirklich imponiert, das Lesen konnte nicht schnell genung gehen, weil ich einfach wissen musste, was denn nun aus unseren Helden wird. Das Konzept, dass unterschiedliche Autoren eine ganze Welt zusammenbauen und man dadurch immer neue Winkel kennenlernen kann, ist einfach toll. Ich freue mich auf die anderen Bücher Djakows und natürlich alle anderen Titel der Metro-Reihe.


Andrej Djakow
Hinter dem Horizont
Broschiert, zweite Auflage 2013
Heyne

978-3-453-31514-3

Aus dem Russischen von Matthias Dondl
Originalausgabe: Za Gorizont

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