[Rezension] Arik Steen - Serva I: Götteropfer

Rückentext:
In einer Welt voller Intrigen, Kämpfe und Kriege, einem Streit um den Königsthron und Völkern, denen Sklaverei nicht unbekannt ist, steht die Jahrhundertwende an. Nach einer alten Legende wird ein neuer König kommen und über alle anderen Könige herrschen. Sieben junge Frauen die unterschiedlicher nicht sein könnten, werden als Opfer ausgewählt um die Götter zu besänftigen. Doch der Weg zum Tempel der Götter ist weit. Und die verschiedenen Orden und Gilden haben unterschiedliche Zielsetzungen.

Meine Meinung:
Zu diesem Werk kam ich direkt über den Autoren Arik Steen selbst, der so nett war, mich anzuschreiben. Da ich bisher erotische Literatur nur von weiblichen Schriftstellern gelesen hatte, war ich zusätzlich neugierig auf Erotik von einem Mann geschrieben.

Jedoch tut man der Reihe unrecht, wenn man sie nur in die Erotikschublade steckt. Denn dieses Buch hat weitaus mehr zu bieten als dass man auf den ersten Blick denken mag.

"Serva" ist eine mit Voraussicht durchdachte Fantasywelt, bevölkert mit den unterschiedlichsten Ethnien, die alle wiederum ihren jeweiligen Glauben und ihre Geschichte haben. Das Gefühl, das mich während des Lesens von Steens Werk überkam, erinnerte mich ein wenig an früher, als ich als Kind den Weltatlas aufschlug. So viele neue Gegenden! So viel Unbekanntes und alles wartet darauf, entdeckt zu werden!

Die Geschichte, die auf sieben Bände angelegt ist, wird von unterschiedlichen Figuren erzählt. Diese Charaktere setzen sich aus allen Möglichkeiten zusammen, die die Welt zu bieten hat. Adlige, Angestellte, Kriegsherren, einfache Leute... Teilweise verlor ich ein klein wenig den Überblick, wer nun wer und wo genau war, aber nach ein paar Sätzen legte sich das sofort wieder. Nur bei den einzelnen Völkern hatte ich während des gesamten Buches etwas Mühe, sie auseinander zu halten.

Nun befinden wir uns also in einer mittelalterlich angehauchten Highfantasy-Welt, doch wer jetzt hier ein Idyll im Sinne von Robin Hood erwartet, der irrt. Bei Arik Steen gibt es alles - ausser die Idylle. Es herrscht Krieg an mehreren Fronten und genau das passiert auch in der Geschichte: es wird gekämpft, geblutet, gebrandschatzt, vergewaltigt.

Dabei sehen wir nicht weg, sondern sind als Leser mittendrin. Doch wie in jedem guten Buch (und zu dieser Sorte gehört "Serva" meiner Ansicht nach) gibt es auch hier Hoffnung zu finden. Kleine zwischenmenschliche Gesten, Freundschaft und Familie - auch diese kleinen Dinge lassen sich hier finden.

Die Erotik selbst dominiert die Handlung nicht, ist aber glaubhaft ins Netz der Figuren eingewebt. Wie bereits erwähnt, findet man hier keinen Blümchensex. In "Serva" geht es zur Sache, Sex ist grob, oft erzwungen und hart. Ganz nach meinem Geschmack.

Somit vereint diese Reihe alles in sich, was mich persönlich anspricht - ein richtiger Glückstreffer! Auch die Kapitellänge ist perfekt, da ich das E-Book oft abends nach dem Arbeiten gelesen habe. Da bin ich froh, wenn ich mich gemütlich von Kapitel zu Kapitel hangeln kann.

Hier stellt sich mir also in keinster Weise die Frage, ob ich die Folgebände lesen möchte. Die Antwort lautet definitiv: Oh ja!


Arik Steen
Serva
Götteropfer
E-Book

Ich bedanke mich herzlich bei Arik Steen für die Bereitsstellung des Leseexemplares.

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