[Rezension] Stanislaw Lem - Der Unbesiegbare

Rückentext:
Der Astrogar Horpach und sein Stellvertreter Rohan stehen vor einem Rätsel, als man die unversehrte »Kondor« und die Überreste ihrer Besatzung findet. Es gibt keinen Überlebenden, aber Lebensmittelvorräte, Wasser- und Sauerstoffreserven wären für viele Monate ausreichend gewesen. Allerdings sind die Innenräume des Raumschiffs in einem unbeschreiblichen Zustand, als habe eine Horde Wilder darin gehaust. Wie die Wissenschaftler des »Unbesiegbaren« feststellen, gibt es auf Regis III keine feindliche Fauna oder Flora und doch wird der Planet von einer Macht beherrscht, die auch der Rettungsexpedition fast zum Verhängnis wird.

Meine Meinung:
Schon seit Jahren wünschte ich mir, mal etwas von Stanislaw Lem zu lesen. Es schien ein ewiger Wunsch zu bleiben, bis mir zu Weihnachten das Buch "Der Unbesiegbare" geschenkt wurde - endlich rückte das Ziel in greifbare Nähe!

Schon länger spürte ich, dass ich einfach Lem lesen muss. Dass er mir gefallen und mich nicht enttäuschen wird. Nach der Lektüre dieses Buches bin ich froh, bestätigen zu können, dass dem tatsächlich so ist.

Aller Anfang war jedoch schwierig, man muss sich erst einmal in Lems Sprachstil und seine Welt einfügen. Hier muss sich der Leser anpassen, weder das Buch noch der Autor kennen Gnade. Wem das nicht passt, der soll etwas Anderes lesen. Doch ist genau diese präzise Sprache, die das Buch so speziell macht. Nicht umsonst ist Lem ein ganz Grosser der Sci-Fi-Literatur. Er hat schon vor vielen Anderen Dinge gesehen, die heute Alltag sind. Stanislaw Lem gehörte zu den Kritikern des Internets und des gläsernen Menschen.

In "Der Unbesiegbare" trifft die Mannschaft des "Unbesiegbaren" auf eine Gefahr, mit der niemand gerechnet hätte (und von der ich hier nicht zu viel verraten will). Die Geschichte hat einen äusserst düsteren Unterton und eine mehr oder weniger offen ausgesprochene Warnung an unsere und kommende Generationen.

Die Stimmung im Buch ist greifbar und bedrohlich, trotz oder gerade wegen Lems spezieller Sprache. Bald schon wird in Frage gestellt, wer hier nun der "Unbesiegbare" ist - der Mensch oder etwas ganz Anderes.

Lems Sci-Fi funktioniert anders als das gewohnte Pew-Pew, Lem geht fast schon in Richtung Horror. Horror-Sci-Fi. Schon klar, dass ich mehr davon lesen muss, nicht wahr? Ich muss diese Welten, diesen Verstand, besser kennenlernen. Es ist so ausserordentlich faszinierend.


Stanislaw Lem
Der Unbesiegbare
Utopischer Roman
TB, 14. Auflage2016
Suhrkamp

978-3-518-38959-1

Aus dem Polnischen von Roswitha Dietrich
Originalausgabe: Niezwyciezony i inne opowiadania
Wydawnictwo Literackie, Warschau 1964

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

[Comic] Sarah Barczyk - Nenn mich Kai

[Rezension] Christie Golden - Schülerin der dunklen Seite

[Sonstiges] Noch einmal Hong Kong oder: Mein erstes Fotobuch