[Rezension] Christopher Moore - Der Schelm von Venedig
Rückentext:
Der Hofnarr Pocket trauert um seine geliebte Cordelia, Königin von
England, die vor Kurzem einem mysteriösen Fieber erlag. Vor ihrem Tod
hatte sie Pocket gebeten, nach Venedig zu reisen, um die Mächtigen der
Stadt von einem Krieg abzuhalten. Pocket macht sich auf den Weg, aber
als er in Venedig ankommt, muss er nicht nur erfahren, dass Cordelia in
Wahrheit Opfer eines Giftanschlags wurde, er wird auch noch bei
lebendigem Leib in einen Keller eingemauert. Hinter alldem stecken der
Senator Brabantio und der Kaufmann Antonio, die alles tun, um ihre
Kriegspläne durchzusetzen. Pocket schwört Rache – wenn er sich nur erst
einmal aus seinem Verlies befreien könnte ...
Meine Meinung:
Es gab eine Zeit, in der ich sehr gerne Christopher Moore las. Das war damals während der Lehre, als mir eine Kollegin Moore ans Herz legte. Doch diese Phase endete mit „Fool“, das mir nicht mehr sonderlich zusagte. Seither hatte ich keinen Moore mehr in den Händen.
Meine Meinung:
Es gab eine Zeit, in der ich sehr gerne Christopher Moore las. Das war damals während der Lehre, als mir eine Kollegin Moore ans Herz legte. Doch diese Phase endete mit „Fool“, das mir nicht mehr sonderlich zusagte. Seither hatte ich keinen Moore mehr in den Händen.
Irgendwann in den letzten Monaten kam in mir der
Gedanke auf, doch mal wieder etwas von Christopher Moore zu lesen. Just in dem
Moment treffe ich im Ausverkauf auf „Der Schelm von Venedig“, in dem die
Geschichte um Pocket fortgesetzt wird.
Leider hielt die Freude nur kurz, denn alles, was
mir bei „Fool“ schon negativ aufgefallen war, wurde beim Schelm wiederholt. Zu
viel Sexwitze, zu viel Fäkalhumor. Ich habe nichts dagegen, wenn Gespräche mal
etwas deftiger ausfallen, aber hier ist es zu viel des Guten. Als könnten sich
die Figuren über nichts anderes unterhalten als dicke Hupen und sexuelle
Fantasien.
Dabei hätte der Schelm alles, was mir eigentlich
gefallen würde: mehrere berühmte Vorlagen, die etwas veralbert werden, dazu
viele Intrigen und geheimes Pläneschmieden. Und natürlich Venedig. Schade, dass
die ganze Idee etwas gegen die Wand gefahren wurde.
Auch in den älteren Werken Moores geht es an
einigen Stellen zur Sache. Aber genau das ist der Unterschied: die Menge
macht’s. Hier war es eindeutig zu viel und nahm mir die ganze Lesefreude, weil
ich einfach nur noch auf den nächsten Peniswitz wartete. So macht Lesen aber
keinen Spass.
Dennoch möchte ich Christopher Moore (noch!) nicht
ganz aufgeben. Ich habe mir vorgenommen, dass er noch einmal eine Chance
erhält. Sollte mir im Ausverkauf oder anderweitig ein älterer Titel begegnen,
werde ich es noch einmal mit ihm versuchen. Versprochen!

Christopher Moore
Der Schelm von Venedig
Broschiert, 1. Auflage 2014
Goldmann
Der Schelm von Venedig
Broschiert, 1. Auflage 2014
Goldmann
978-3-442-31328-0
Aus dem Englischen von Jörn Ingwersen
Originalausgabe: The Serpent of Venice
HarperCollins, New York 2014
HarperCollins, New York 2014
Kommentare
Kommentar veröffentlichen